KIRCHEN & KINO: Der Held vom Bahnhof Friedrichstrasse

Deutschland 2025. Regie: Wolfgang Becker. 112 Minuten. Mit Charly Hübner, Christiane Paul, Leon Ullrich, Leonie Benesch u.a.
Ein verschuldeter Berliner Videothekenbesitzer wird plötzlich zum gefeierten DDR-Helden stilisiert, nachdem ein Journalist ihn als Drahtzieher einer spektakulären Massenflucht aus Ost-Berlin präsentiert. Was als kleine Flunkerei beginnt, entwickelt sich für den Helden wider Willen zu einem Netz aus Halbwahrheiten, Medienhype und Selbsttäuschung. Wolfgang Becker verbindet in seinem letzten Film Tragikomödie, Satire und melancholische Zeitgeschichte zu einer warmherzigen Reflexion über Erinnerung, Identität und die Macht öffentlicher Erzählungen. Zwischen Nostalgie und feinem Spott hinterfragt der Film deutsch-deutsche Mythen ebenso wie mediale Heldenproduktion. Mit pointierten Dialogen, einer liebevoll-chaotischen Milieuschilderung und einem spielfreudigen Ensemble entsteht so ein typischer Becker-Film, mal Sozialsatire, mal Liebesdrama, scharfsinnig, romantisch und bewegend.

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